Rückblick 2007

Foto mit dem Sieger des Einzel von 2007
von links nach rechts: André Zietsman (Turnierdirektor), Turniersieger Peter Luczak (AUS), Peter Mißlbeck (Schickedanz Holding), Dr. Peter von Pierer, Fred Hübner (1. Vorstand), Dr. Thomas Jung (Oberbürgermeister der Stadt Fürth) und Finalist Fabio Fognini (ITA)

Vom 3. Juni bis 10. Juni 2007 veranstaltete die Tennisabteilung des TV Fürth 1860 zum 29. Mal ein ATP Challenger Turnier.

Die Veranstalter werteten die Schickedanz Open auch in diesem Jahr, nicht zuletzt aufgrund der Parallelen zu den vorausgegangenen Auflagen, auf die im Folgenden näher eingegangen wird, als vollen Erfolg.

In sportlicher Hinsicht war das Teilnehmerfeld des Main Draws mit dem des Vorjahres nahezu identisch. Mit Ausnahme der Qualifikanten waren alle Spieler zwischen Position 81 und 224 der Weltrangliste platziert, neun von ihnen gehörten in jüngster Vergangenheit den Top 100 des ATP Singles Ranking an. Angeführt wurde die Setzliste vom Dänen Kristian Pless, auf den weiteren Plätzen folgten Michael Berrer (GER), Peter Luczak (AUS), Fernando Vicente (ESP), Freserico Gil (POR), Bruno Echagaray (MEX), Lukas Lacko (SVK) und der Turniersieger des Jahres 2004, Albert Portas (ESP).

Von den neun deutschen Startern, die teilweise nur über Wild Cards in das Hauptfeld aufgenommen wurden, überzeugte lediglich der Stuttgarter Michael Berrer, der bis in das Halbfinale vordringen konnte, dort jedoch dem späteren Turniersieger Peter Luczak klar unterlegen war. „An manchen Tagen ist der Gegner einfach besser, so wie heute, das muss man dann einsehen“, lautete Berrers abschließendes Statement. Eine ansprechende Leistung zeigte auch Daniel Brands, der gegen den späteren Viertelfinalisten und slowakischen Davis Cup-Spieler Lukas Lacko im „Duell der Nachwuchstalente“ in der ersten Runde nach einer Spielzeit von zwei Stunden und 15 Minuten mit 7:6, 4:7 und 5:7 verlor.

Besonders hervorzuheben ist der Auftritt des Belgiers Steve Darcis, der sich im Einzel erfolgreich durch die Qualifikation spielte und im Hauptfeld sowohl im Einzel als auch im Doppel das Halbfinale erreichen konnte. Nach Siegen über „Enfant terrible“ Daniel Koellerer (AUT) sowie die gesetzten Spanier Fernando Vicente und Albert Portas musste Darcis in der Vorschlussrunde nach verlorenem ersten Satz gegen Fabio Fognini, dem es gelang, in beiden Konkurrenzen in das Finale vorzudringen, verletzungsbedingt aufgeben.

Durch Fogninis zweifache Finalteilnahme bedingt, wurde, wie im Vorjahr, als Torsten Popp das gleiche Kunststück gelungen war, am Finaltag zuerst die Einzelbegegnung ausgetragen. Nach einer Spielzeit von knapp zwei Stunden unterlag der erst 20-jährige Italiener dem dynamisch und kämpferisch agierenden Peter Luczak aus Australien mit 6:4, 2:6 und 2:6. Im Rahmen der Siegerehrung bedankte sich Luczak ausdrücklich beim Fürther Publikum für dessen Verbundenheit zum Tennissport: „Bei kaum einem Challenger auf der Welt spielt man vor so vollen Rängen, vielen Dank, das ist etwas Besonderes“. Den Titel widmete er seinem Coach, Shannon K. Nettle, der an diesem Tag seinen 29. Geburtstag feierte. Mit 60 Weltranglistenpunkten und einer Siegprämie von € 6 150,- machte sich der Australier auf, um in Polen und Kasachstan die nächsten Challenger zu bestreiten.

Das abschließende Doppelendspiel konnten Bruno Echagaray (MEX) und André Ghem (BRA) für sich entscheiden. Nach Satzgleichstand gewannen sie den Match-Tiebreak gegen Fabio Fognini und Frederico Gil (POR) nach einigen ebenso genialen wie kuriosen Ballwechseln mit 13:11.

Foto Siegerehrung Doppel 2007

Trotz zweier Finalteilnahmen war es Fognini, wie Torsten Popp 2006, nicht möglich, sich zumindest in einer der Siegerlisten der Schickedanz Open zu verewigen. „Two finals are like one win“, versuchte Turnierdirektor André Zietsman den etwas enttäuschten Italiener bei der Siegerehrung zu trösten.

Neben der sportlichen Parallele weisen die Schickedanz Open 2007 weitere Gemeinsamkeiten zu den Vorjahren auf. Zu der 29. Auflage des Traditionsturniers strömten, trotz des etwas schwächeren Abschneidens der deutschen Teilnehmer, wieder weit über 10 000 Zuschauer nach Dambach, um Spitzentennis hautnah zu erleben. Und erneut wurde das Organisationsteam um Fred Hübner (1. Vorstand der Tennisabteilung) und André Zietsman von allen Seiten gelobt.

An dieser Stelle möchten sich die Verantwortlichen noch einmal bei den Sponsoren, den Spielern und Coaches sowie den Offiziellen bedanken, ohne die die Ausrichtung eines solchen Events nicht möglich wäre. Den Zuschauern, die teilweise seit Jahrzehnten nach Fürth kommen und die dazu beitragen, dass sich die Veranstaltung über die Landesgrenzen hinaus, den Ruf eines besonders familiären Turniers erworben hat, sei ebenfalls gedankt.

Ein besonderes Dankeschön geht an die über 200 ehrenamtlichen Helfer, die der Tennisabteilung in diesem Jahr für zwei Großevents zur Seite standen und dadurch einen Großteil ihrer Freizeit für den weißen Sport „geopfert“ haben.

Mit dem Idealismus und der Einsatzfreude aller Beteiligten wird die 30. Auflage der Schickedanz Open im nächsten Jahr sicherlich wieder zu einem besonderen Highlight der bayerischen und internationalen Turnierszene werden.