Ein gelungener Auftakt mit vielen interessanten Begegnungen
Montag, 04. Juni 2007 um 22:26 Uhr
Bei sommerlichen Temperaturen startete gestern die Qualifikation zu den Schickedanz Open. Von 10 bis 20 Uhr kamen Tennisfans auf der Anlage des TV Fürth 1860 voll auf ihre Kosten.
Einen sehr guten Auftritt hatte Sebastian Farkas, der sich als Zweitplatzierter des Flabeg Jungprofi Challenger eine Wild Card erspielt hatte und den an Position 4 gesetzten Pablo Gonzalez aus Kolumbien in die Verlängerung zwang; am Ende unterlag er mit 6:4, 6:1 und 6:3. Vorjahres-Publikumsliebling Dustin Brown musste nach seinem 3-Satz-Sieg über Frank Moser das Match gegen Marc Sieber beim Stande von 5:7, 7:5, 1:4 verletzungsbedingt aufgeben.
Lokalmatador Jean Zietsman schied wie im Vorjahr in der 2. Runde aus. In der unteren Hälfte des Draws kam es in beiden Runden zu deutsch-deutschen Partien; am Ende konnte Andreas Beck souverän in das Quali-Finale einziehen. Als einziger Wild Card-Besitzer konnte der Münchner Dimitris Kleftakos sein Auftaktmatch gewinnen, unterlag im Anschluss allerdings dem stark aufspielenden Spanier Jose Antonia Sanchez de Luna.
Nach den gestrigen 22 Einzelpartien stehen folgende Paarungen für die heutigen Quali-Finalspiele fest:
- Parada, Felipe (CHI) – Sieber, Marc (GER)
- Masson, Jeroen (BEL) – Desein, Niels (BEL)
- Beck, Andreas (GER) – Darcis, Steve (BEL)
- Pujo, Xavier (FRA) – Ratiwatana, Sanchai (THA)
Von den 14 gestarteten deutschen Teilnehmern stehen somit zwei Spieler kurz vor dem Einzug in das Hauptfeld der Schickedanz Open. Drücken wir die Daumen, dass sich die Zahl der deutschen Starter im Hauptfeld noch erhöht!
Schickedanz Open Inside – Aus dem Leben eines Tennisprofis
Nicht im Hauptfeld, nur mit Glück in der Quali und nach einem Match bereits wieder auf dem Nachhauseweg – so stellen sich die wenigsten Tennisfans den Touralltag der Profis vor. Allerdings ist dies auf Challengerebene, wie die Geschichte des Topgesetzten des Qualifikationsturniers der Schickedanz Open zeigt, keine Seltenheit.
Bis vorgestern hoffte Dacian Craciun aus Rumänien, der erste auf der Nachrücker-Liste, bei einer verletzungsbedingten Absage eines der Main Draw Spielers, noch in das Hauptfeld der Schickedanz Open aufgenommen zu werden. Dementsprechend ging er seine Reiseplanung an. Er buchte einen Flug für Samstag, um sich bis zu seinem ersten Match in Ruhe auf die Bedingungen in Fürth einstellen zu können. Doch dann kam alles anders – kein Hauptfeldspieler zog zurück, eine Teilnahme an der Qualifikation war damit unumgänglich.
Das wäre, abgesehen von der zusätzlichen Matchbelastung, auch noch kein Problem gewesen. Craciuns persönlicher Super-Gau trat ein, als sein Flug nach Nürnberg gecancelled wurde und er am Abflugort keinen Ersatz bekam. Nun drängte die Zeit, denn das offizielle Sign-In, bei dem sich die Spieler, die an der Quali teilnehmen möchten, in eine Liste der ATP eintragen müssen, endet um 21 Uhr Ortszeit; wer diesen Termin nicht einhalten kann, wird bei der Auslosung nicht berücksichtigt. Mit Bus und Bahn eilte Craciun zum nächstgelegenen Flughafen, reiste nach München, von dort weiter mit der Bahn und kam spät in der Nacht in Fürth an. Seine Bemühungen wären umsonst gewesen, wäre es Wild Card-Besitzer Jean Zietsman nicht gelungen, dank seines ATP Rankings auch ohne Inanspruchnahme dieser Startberechtigung in das Teilnehmerfeld zu rutschen. Der Veranstalter konnte nun Craciun mit der übrig gebliebenen Wild Card, die den Spieler vom Sign-In entbindet, ausstatten und diesem so zum Start in Fürth verhelfen.
Nur die Erstrundenniederlage gegen den stark aufspielenden Spanier Bartolome Salva-Vidal verhinderte das Happy End für Dacian Craciun!

