Großes Tennis - Große Gefühle
Sonntag, 08. Juni 2008 um 23:38 Uhr
Hätten die Veranstalter das Drehbuch für den Finaltag des 30. Dambacher Challenger Turniers schreiben dürfen, in punkto Dramatik wäre es mit Sicherheit weit hinter der Realität zurück geblieben.
Die "Koellerer Show" begann bereits morgens um 10 Uhr, als der Österreicher in das Turnierbüro kam und darum bat, mit musikalischer Untermalung auf dem Center Court trainieren zu dürfen. Sido, EAV, Grönemeyer und Falko dröhnten über die Anlage und sorgten bei Koellerer, dem Schickedanz Open Team und den ersten Zuschauern für gute Stimmung.
Während des Einzelfinals präsentierte sich Koellerer äußerst motiviert und fokussiert; mit präzisen Grundschlägen, sehr guter Beinarbeit und gefühlvollen Stopps brachte er Santiago Giraldo (COL) mehrfach an den Rand der Verzweiflung. Nahezu zeitgleich mit der Verwandlung des Matchballs fielen die ersten Regentropfen über der Tennisanlage des TV Fürth 1860. Im "Blitzlichtgewitter" des Unwetters und der Fotografen brach Koellerer an der Grundlinie zusammen, verharrte minutenlang am Boden und ließ seinen Tränen freien Lauf. Bei der anschließenden Siegerehrung war der Österreicher, der den Turniersieg seiner schwer kranken Mutter widmete, noch so sehr von seinen Gefühlen überwältigt, dass er nur unter Schluchzen einige Worte an das Publikum richten konnte.
Koellerers Traum vom ersten "doppelten Erfolg" in Fürth seit dem Jahr 1991, als sich Marcos Gorriz sowohl im Einzel als auch im Doppel in die Siegerlisten eintragen konnte, wurde am heutigen Tag nicht erfüllt. Der souveräne Auftritt der topgesetzten Paarung Alexander Peya (AUT)/Philipp Marx (GER) verhinderte das persönliche Happy End. Für Koellerer, der sich durch seinen Einzelsieg etwa auf Position 145 des ATP Rankings verbessern wird, ist dies ein guter Grund, im nächsten Jahr wieder nach Fürth zu kommen.

